ORF-Programmanalyse
von Marlies Neumüller
29. Oktober 2009
In der Diskussion um den ORF heißt es oft, der heimische Öffentlich-Rechtliche sende zu viele amerikanische Serien, zu wenig Nachrichten und zu viel Werbung und habe damit mehr Ähnlichkeit mit der kommerziellen Konkurrenz, wie mit anderen öffentlich-rechtlichen Sendern, beispielweise in Deutschland.
Ein Team um den Salzburger Kommunikationswissenschaftler Jens Woelke hat diese Behauptungen im Auftrag der Rundfunk- und Telekom-Regulierungsbehörde (RTR) die Zusammensetzung des ORF-Fernsehprogramms für die Jahre 2006 und 2007 wissenschaftlich untersucht und mit anderen öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern verglichen.
Die Ergebnisse sind durchaus aufschlussreich: Beispielsweise lag der Sendungsanteil in der Kategorie „Fernsehpublizistik“ (bestehend aus Informationssendungen und Nachrichtensendungen) auf ORF 1 bei nur rund sechs Prozent. ORF 2 hat hingegen einen Anteil von 41 Prozent und kann hier mit den deutschen ARD und ZDF durchaus mithalten. Dafür wird rund ein Drittel des Gesamtprogramms werden auf ORF 1 mit Serien – zumeist den viel diskutierten amerikanischen – gefüllt.
Die Programmgestaltung des ORF bietet also durchaus Stoff für Diskussionen. Mit Hilfe dieser Analyse kann man auch wissenschaftlich fundiert darüber debattieren.
Link zur Programmanalyse






bei Facebook
bei Twitter

