Dossier zur Qualität im Schweizer Rundfunk
von Regula Troxler
30. Oktober 2009
Dass Qualität ganz eng mit Public Value verbunden ist, ja gar das wichtigste Legitimationskriterium für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist, steht außer Frage. Doch die Definition von Qualität ist ebenso schwierig wie jene von Public Value.
Was ist Qualität im Rundfunk und wie kann man sie messen? Die Schweizer Radio- und Fernsehgesellschaft SRG widmete sich diesem Thema in der Ausgabe 2/2009 des Magazins „idée suisse“. Hier wird Qualität aus den Blickwinkeln der Medienschaffenden und der Programmverantwortlichen, der Wissenschaft und der Ausbildung, der Unterhaltung und der Information sowie des Publikums und des Verwaltungsrates beleuchtet.
Redaktionelle Qualitätssicherung kann auf sechs Bausteinen basieren, wie der Medienwissenschaftler Vinzenz Wyss in seinem Beitrag schreibt:- im Leitbild durch die Definition von Qualitätsstandards & Normen
- im Management durch die Führung mit Qualitätszielen
- in den Redaktionen durch Feedback und Selbstkritik
- durch Aus- und Weiterbildung
- durch Ressourcen wie qualifiziertes Personal oder Wissen und Prozesse auf Strukturebene
- in der Publikumsforschung durch Analysen und Befragungen.
Wie diese Bausteine in der Praxis konkret umgesetzt werden, beschreibt Toni Zwyssig, ehemaliger Leiter Ausbildung beim Schweizer Fernsehen. Ein Beispiel dafür ist das Sendungsmandat, eine verbindliche Vereinbarung zwischen Abteilungsleitung und Redaktionsleitung, die den einzelnen Redakteuren als Rahmen für ihre tägliche Arbeit dient. Die Umsetzung des Sendungsmandats wird regelmäßig durch einen Qualitätscheck (Q-Check) überprüft.
Die SRG und ihre Unternehmenseinheiten präsentiert hier ein umfassendes und vielschichtiges System der Qualitätssicherung. In diesem Bereich kann die SRG als Vorbild gesehen werden, von dem sich der ORF einiges abschauen sollte – und sei es auch nur die Art, wie man Qualität kommuniziert.






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