Die Sparpläne der BBC
von Daniela Latzl
02. März 2010
Laut einem Bericht der britischen Times will die BBC über 600 Millionen Pfund einsparen – zugunsten hochwertiger Programme. Erste Ansatzpunkte für den Sparstift: Zwei Radiosender sollen eingestellt werden: der Jugendsender „BBC 6 Musik“ und „BBC Asian Network”. Ausgaben für Kaufserien und Shows aus den USA sollen um ein Viertel zurückgefahren werden. Die Kosten für Sportrechte dürfen künftig rund acht Prozent der Gebühreneinnahmen nicht mehr übersteigen. Das Online-Angebot soll halbiert werden, Personal und Budget dafür wird um ein Viertel gekürzt. Auch hier werden mit den Websites „Switch“ und „Blast“ Angebote für das jugendliche Publikum gestrichen, das künftig stärker vom privatfinanzierten Public Service Broadcaster Channel 4 bedient werden soll, so BBC Generaldirektor Mark Thompson.
Die BBC bestätigt die Sparpläne, bezeichnet die detaillierten Medienberichte aber als verfrüht, da sie ihre Vorschläge nun den Rundfunkräten des BBC Trust vorlegt und danach noch eine öffentliche Konsultationsphase folgen soll. Die neue Strategie der Rundfunkanstalt konzentriert sich auf Unterscheidbarkeit und eine optimale Erfüllung des Programmauftrags, um die Erwartungen der Gebührenzahler zu erfüllen, aber auch privaten Medienanbietern genug Raum zu lassen.
Rundfunk- und Journalistenverbände bezeichnen die Sparpläne als kulturellen Vandalismus und drohen mit Streik. Die BBC beuge sich dem Druck von Politik und kommerziellen Mitbewerbern und streiche damit nicht nur hunderte von Jobs, sondern auch wertvolle Angebote für Jugendliche und Minderheiten.
Links:
Times: BBC savings: Cut or be cut
BBC News: At a glance: ‘Leaked’ BBC review
BBC News: Strike warning over BBC cutbacks
Guardian: The BBC draft review offers its own manifesto for change






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